Ökologische Stadtteilzentren

Alle reden davon, dass wir nachhaltiger Leben müssen und den meisten ist dabei mittlerweile klar, dass es dafür einen Wandel in unseren Verhaltensweisen braucht. Einen Wandel hin zu einer ressourcenschonenden Lebensweise. Doch wie genau wir dahin kommen sollen, in einer Welt in der immer noch der persönliche Egoismus, die persönliche „Freiheit“, über dem Lebensrecht kommender Generationen zu sein scheint, dafür gibt es bisher nur wenige Ansätze. Das vorliegende Konzept soll einen leicht umsetzbaren Ansatz liefern, der zugleich weitere kulturelle Spannungsfelder auflöst und miteinander in Einklang bringt. Dieses Konzept basiert auf der der Annahme, dass führende Politiker auf nationaler Ebene nicht gewillt sind die gegenwärtige Wirtschaftsweise insofern zu ändern, damit reparieren, wiederverwenden und verschenken wirtschaftlicher wäre als Wegwerfen und Neukaufen. Es basiert auf der Annahme, dass nach wie vor Lebensmittelverschwendung, Sollbruchstellen, „fast (and cheap) Fashion“ existieren und allgemein immens viele eigentlich noch brauchbare Ressourcen im Müll landen. Das Konzept liefert aufgrund dieser Annahme einen Ansatz wie man unabhängig von der nationalen Politik auf kommunaler Ebene mit Hilfe von ehrenamtlicher Tätigkeit der Unwirtschaftlichkeit des Wiederverwendens und Reparierens entgegenwirken kann, und zwar im großen Maßstab. Darüber hinaus zeigt es auf wie der eigene Stadtteil wiederbelebt und wie innerhalb von diesem Stadtteil eine Gemeinschaft gebildet werden kann. Doch selbst wenn es irgendwann ein Umdenken in der nationalen Politik geben sollte, wäre dieses Konzept nicht nutzlos, es würde auch dann noch eine Grundlage dafür bilden lokale Ressourcenkreisläufe zu schließen. Die Idee von Stadtteilzentren taucht in Diskussionen um die Kultur der Zukunft immer häufiger auf, jedoch wird dabei der Nachhaltigkeitsaspekt oft nur oberflächlich und ohne konkrete Lösungsansätze und vor allem nicht ganzheitlich betrachtet. Dieses Konzept ergänzt bestehende Ideen von Stadtteilzentren und setzt die Nachhaltigkeit dabei ins Zentrum – ins Zentrum einer zukünftigen ökologischen Kultur.

Das gesamte Konzept kann hier als PDF heruntergeladen werden

Zusammenfassung

Wir befinden uns in einer kulturellen Krise welche wir nur meistern werden, wenn wir unsere Kultur im Sinne unserer alltäglichen Lebensweise ändern.

Diese kulturelle Krise lässt sich in 3 Teil-Krisen zerlegen:

1. Eine ökologische Krise durch den zu hohen Ressourcenverbrauch und dem Einheizen der Klimakrise

2. Eine Identitätskrise, durch den Wegfall von historischen Stadtzentren, kulturellen Elementen und dem Verlust der Gemeinschaft

3. Eine Demokratiekrise, durch die Entfremdung des Menschen von der Politik die sein direktes Lebensumfeld bestimmt.

Diese 3 Krisen lassen sich folgendermaßen lösen/abschwächen:

1. Die Schaffung von Infrastrukturen welche es den Menschen ermöglicht ein ressourcenschonendes Leben unabhängig von kapitalistischen Marktstrukturen innerhalb einer lokalen Gemeinschaft zu etablieren.

2. Die so entstehende Gemeinschaft innerhalb eines Ortes zu verankern und somit eine neue Ortsidentität zu bilden.

3. Innerhalb dieser Gemeinschaft Beteiligungsprozesse zuzulassen, Ideen Räume zu geben, um die Menschen ihr Lebensumfeld mitgestalten zu lassen, um dadurch das Verständnis von Politik und Demokratie zu fördern.

All diese 3 Lösungsansätze lassen sich in einem ökologischen Stadtteilzentrum verwirklichen.

Ein ökologisches Stadtteilzentrum ist ein Ressourcenumschlagspunkt in einem Stadtteil, in dem „Müll“, „Schrott“ und „Altes“ in wieder Brauchbares verwandelt wird. Diese Ressourcen sind vor allem Ressourcen die heute verschwendet werden, weil eine Wiedernutzbarmachung nicht wirtschaftlich wäre also: Stoff/Kleidung, Elektrogeräte, Lebensmittel, Möbel etc.

Ein ökologisches Stadtteilzentrum beinhaltet genau die Infrastrukturen die das ermöglichen:

Offene Werkstätten für Technik, Kleidung, Holz- und Metall, Gemeinschaftsgärten, Gemeinschaftsküchen, Stadtteil-, Leih-und Tauschläden, sowie Projekträume für Projekte und Initiativen die im Stadtteil aktiv werden wollen.

Die Menschen aus dem Stadtteil helfen ehrenamtlich dabei Ressourcen wiederaufzubereiten und weiterzugeben, sodass diese neu genutzt werden können. Die dadurch entstehende Gemeinschaft etabliert eine neue Art von Kultur - eine Kultur der Nachhaltigkeit. Eine Kultur in der sich Menschen wieder mehr selbstorganisieren, um lokale Ressourcen-Kreislaufe mit Wiederverwertung statt wegwerfen zu erzeugen und lokale Wertschöpfung zu generieren. Das macht die Stadt widerstandfähiger gegenüber Krisen und hilft kleine nachhaltige Systeme aufzubauen, welche wiederum die Grundlage für die Nachhaltigkeitswende von unten bilden.